Du kennst das Land. Vielleicht bist du hier geboren. Du sprichst die Sprache, hast Familie in Kroatien und verbindest unzählige Erinnerungen mit deiner Heimat.

Und trotzdem kann es passieren, dass du nach deiner Rückkehr plötzlich das Gefühl hast, nicht mehr richtig dazuzugehören.

Wie kann das sein?

Die Heimat, die du verlassen hast, gibt es so vielleicht nicht mehr

Wer viele Jahre oder gar Jahrzehnte in Deutschland, Österreich oder der Schweiz gelebt hat, trägt oft ein bestimmtes Bild von Kroatien in sich.

Die Sommer bei der Familie. Das gemeinsame Essen. Die vertrauten Stimmen. Der Duft aus der Küche. Die Nachbarn, die sich noch beim Namen kennen.

Dieses Bild kann über Jahrzehnte lebendig bleiben.

Doch während du im Ausland dein Leben aufgebaut hast, hat sich auch Kroatien verändert.

Menschen sind älter geworden. Freundschaften haben sich verändert. Orte sind gewachsen. Andere sind stiller geworden. Auch Regeln und Abläufe haben sich verändert.

Und auch du bist nicht mehr derselbe Mensch wie damals.

Du hast Erfahrungen gesammelt, Gewohnheiten entwickelt und gelernt, in einer anderen Gesellschaft zu leben.

Wenn du zurückkehrst, treffen diese beiden Entwicklungen aufeinander.

Wenn du plötzlich zwischen zwei Mentalitäten stehst

Vielleicht hast du dich in Deutschland daran gewöhnt, dass Termine verbindlich sind, Zuständigkeiten klar geregelt werden und bestimmte Abläufe möglichst effizient funktionieren sollen.

In Kroatien erlebst du möglicherweise eine andere Art der Kommunikation.

Ein persönliches Gespräch kann eine größere Rolle spielen als erwartet. Manches braucht mehrere Anläufe. Und nicht jede Situation lässt sich mit einer deutschen Checkliste lösen.

Das kann frustrierend sein.

Besonders dann, wenn du Kroatien eigentlich als deine Heimat empfindest und erwartet hast, dich hier sofort wieder zurechtzufinden.

Plötzlich stellst du fest: Du bist hier zu Hause. Aber du musst trotzdem einiges neu lernen.

Der umgekehrte Kulturschock

Für die Schwierigkeiten beim Wiederankommen nach längerer Zeit im Ausland gibt es einen Begriff: umgekehrter Kulturschock. Das vertraute Umfeld fühlt sich plötzlich fremder an als erwartet.

Auch eine qualitative Studie zur Rückkehr nach Kroatien beschreibt administrative Hindernisse, Kulturschock und enttäuschte Erwartungen als mögliche Herausforderungen. Sie beruht auf Interviews mit Rückkehrern und Menschen, die eine Rückkehr erwägen. Die Ergebnisse beschreiben Erfahrungen der Befragten, nicht die Situation aller Rückkehrer.

Das bedeutet nicht, dass deine Rückkehr ein Fehler war.

Es bedeutet, dass Heimkommen ein Prozess sein kann.

Und dass Zugehörigkeit nicht automatisch dadurch entsteht, dass du wieder auf kroatischem Boden stehst.

Familie und Erwartungen: Wenn die Freude nicht alles trägt

Eine Rückkehr betrifft selten nur dich allein.

Vielleicht freuen sich deine Eltern, Geschwister oder Verwandten darauf, dich wieder in ihrer Nähe zu haben.

Vielleicht gibt es Erwartungen, wie häufig du vorbeikommst, welche Aufgaben du übernimmst oder wie dein neues Leben aussehen sollte.

Und möglicherweise stellst du fest, dass deine eigenen Vorstellungen ganz anders sind.

Du möchtest dazugehören, aber auch dein eigenes Leben führen.

Du möchtest für deine Familie da sein, ohne deine Selbstständigkeit aufzugeben.

Gerade deshalb ist es wichtig, vor der Rückkehr offen über Erwartungen und Grenzen zu sprechen.

Auch organisatorisch beginnt vieles von vorne

Selbst mit kroatischer Staatsbürgerschaft erledigt sich nicht alles von allein.

Je nach persönlicher Situation müssen Wohnsitz, Krankenversicherung, steuerliche Fragen, Beschäftigung und weitere Formalitäten geklärt werden.

Wer jahrzehntelang im Ausland gelebt hat, kennt die aktuellen Verfahren möglicherweise nicht mehr.

Und manchmal ist es gerade die vermeintliche Selbstverständlichkeit, die Schwierigkeiten macht. Weil alle davon ausgehen, dass du dich doch auskennen müsstest.

Dabei ist es vollkommen normal, nach zwanzig oder dreißig Jahren nicht mehr über jeden Ablauf Bescheid zu wissen.

Du darfst deine Heimat neu kennenlernen

Vielleicht liegt genau darin eine Chance.

Du musst nicht versuchen, zu dem Menschen zurückzuwerden, der du vor deiner Auswanderung warst.

Du darfst deine Erfahrungen aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz mitbringen. Deine Vorstellungen von Verlässlichkeit, Selbstständigkeit und Organisation.

Und gleichzeitig neu entdecken, was du an Kroatien liebst.

Die Nähe zwischen Menschen. Die Spontaneität. Das Gefühl, dass ein gemeinsamer Kaffee manchmal wichtiger ist als der nächste Termin.

Nicht alles davon trifft auf jeden Menschen oder jeden Ort zu.

Aber vielleicht findest du mit der Zeit deinen eigenen Weg zwischen diesen beiden Lebenswelten.

Rückkehr bedeutet nicht, rückwärtszugehen

Vielleicht ist das der wichtigste Gedanke überhaupt.

Du gehst nicht zurück in dein altes Leben.

Du beginnst ein neues Kapitel in einem Land, das dir vertraut ist und trotzdem neu begegnen kann.

Du musst dich nicht zwischen deinen Prägungen aus dem Ausland und deinen kroatischen Wurzeln entscheiden.

Beides gehört zu dir. Und beides darf seinen Platz haben.

Zurück nach Kroatien? Sprich mit jemandem, der beide Seiten kennt.

Goran kennt das Leben in Deutschland ebenso wie den Alltag in Kroatien.

Im CroCall kannst du offen darüber sprechen, was dich zur Rückkehr bewegt, welche Fragen dich beschäftigen und wo du Orientierung brauchst.

Ein persönlicher Austausch mit jemandem, der beide Welten versteht.

60 Minuten. Persönlich. Ehrlich. Ohne dir etwas schönzureden.

Quelle zum Forschungsabschnitt: Bara, Mesarić Žabčić und Geiger Zeman (2025): The Possibilities and Challenges of Return Migrations: The Experience of Returnees. Stand des Artikels: 22. Oktober 2026.